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Rizomania ist eine der verbreitetsten Krankheiten bei Zuckerrüben. Sie wird verursacht von dem für die Rübe tödlichen Gelbader-Virus (yellow vein virus), das übertragen wird durch den Wurzelparasit (Polymyxa betae).

Das Virus bewirkt insbesondere eine unkontrollierte Vermehrung der Wurzelhärchen zum Schaden der Pfahlwurzel und kann somit zu erheblichen Ertragseinbußen bei der Ernte führen.

Ausbreitung

Die Krankheit wurde erstmalig in den 50er Jahren in Norditalien beobachtet. Sie breitete sich rasch über ganz Europa und dem Rest der Welt aus. Durch das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens und das Fehlen jeglicher Bekämpfungsmittel fürchtete man um die Existenz und den Fortbestand des Zuckerrübenanbaus und der Verarbeitung in den am stärksten befallenen Gebieten. Anfang der 80er Jahre kam die erste rhizomania-resistente Sorte auf den Markt, gezüchtet von SES: Rizor. Rizor rettete den Zuckerrübenanbau in den betroffenen Anbaugebieten.

2008 hatten die rizomania-resistenten Sorten die nicht-toleranten Sorten in puncto Zuckerausbeute pro Hektar eingeholt, mit der Folge, dass fortan in vielen Ländern ausschließlich rhizomania-resistente Sorten ausgesät wurden. Gegenwärtig ist Rizomania weltweit verbreitet; in Europa sind sämtliche Zuckerrübenanbaugebiete einschließlich Skandinavien von dieser Krankheit betroffen. In Großbritannien kommt Rizomania endemisch vor, der Einsatz von resistenten Sorten wird immer häufiger.

Symptome

Die Symptome der Rizomania treten auf dem Feld meist punktuell auf.

1. Am Blattwerk

  • ab Juni: Welke, besonders während der heißesten Stunden des Tages
  • Gegen Ende des Sommers: helle,blaßgrüne Blätter
  • der junge Blattschaft ist schmal, der Blattstengel ist überlang und steht aufrecht
  • in manchen Fällen: Vergilben und Absterben der Blattadern

2. An der Wurzel (gegen Ende der Wachtumsperiode)

  • das untere Ende der Rübe ist verkrümmt
  • es entstehen dichte, dunkle Wurzelbärte, welche die Pfahlwurzel schädigen
  • in der Wurzel werden die Gefäßbündelringe braun und sterben ab
  • gelegentlich bilden sich längere Seitenwurzeln

Abhängig von der Anfälligkeit der Sorte, der Menge an Wurzelparasiten im Boden, der Beschaffenheit des Virus, den klimatischen Bedingungen (die Krankheit wird begünstigt durch warmes, feuchtes Klima) sowie der Dauer der Infektion, kann ein Ausbrechen der Krankheit zu ernsthaften Einbußen führen: geringer Zuckergehalt, deutliche Ertragsminderung, verminderte Saftreinheit , der Anbauer benötigt somit ein Mehr an Ackerfläche.

Kontrolle

Derzeit gibt es keine chemische Behandlung gegen Rizomania. Das einzig wirksame Gegenmittel besteht im Anbau einer rizomania-resistenten Zuckerrübensorte. Ebenso kommt dem ackerbaulichen Management besondere Bedeutung zu: Drainage feuchter Flächen, Förderung und Schonung der Bodenstruktur, eine auf das notwendige Maß reduzierte Bewässerung, soweit wie möglich Strukturschäden vermeiden, usw.

Technisches Datenblatt

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