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Der Steckrübenzystennematode (Heterodera schachtii) ist ein weißer, ca. 1mm langer Wurm, der sich durch den Erdboden fortbewegen kann. Er ist in der Lage, sich an die Zuckerrübenwurzel anzuheften und sich von deren Zellsaft zu ernähren.

Dies bewirkt die vermehrte Bildung von Wurzelhärchen, was seinerseits die Pfahlwurzel schädigt.

Symptome

Symptome eines Befalls durch Heterodera schachtii sind erkennbar als begrenzte Befallsnester auf dem Acker. Ab Juni tritt Blattwelke auf, die zum Vergilben und in der Folge zum Absterben der Hüllblatter führt. Die Entwicklung der Pfahlwurzel ist gehemmt und manchmal bildet sich vermehrter Wurzelbehang, auf dem kleine weiße oder braune zitronenförmige Knöllchen erkennbar sind.

Ausbreitung

Die Fähigkeit des Nematoden, sich aktiv im Erdreich fortzubewegen, ist verhältnismäßig beschränkt. Allerdings können Zysten durch Wasser (Regen, Oberflächenwasser, Bewässerung usw.) sowie Erdbewegungen (Erosion, Erdarbeiten, Entwurzelung) weitergetragen werden. Der Entwicklung des Parasiten zuträgliche klimatische Bedingungen sind: nasses Frühjahr (sie fördern dessen Vermehrung) und trockene Sommer (sie vervielfachen die Symptome), als auch hohe Bodentemperaturen. Gegenwärtig ist dieser Zuckerrübenparasit einer der häufigsten Schädlinge der Zuckerrübe: sie kann starke Ertragseinbußen der Rübe hervorrufen und erfordert somit zusätzliche Anbaufläche, um den angestrebten Ertrag zu erzielen. Der Parasit findet sich überall auf der Welt und in Europa hauptsächlich in jenen Zuckerrübenanbaugebieten, wo wir eine enge Fruchtfolge vorfinden, zudem mit Früchten, welche als weitere Wirtspflanzen für diesen Parasiten dienen.

Kontrolle

Zum Schutz der Zuckerrübe vor dem Rübenzystennematoden müssen vor allem ackerbauliche Maßnahmen herangezogen werden:

  • Verlängerung der Rübenfruchtfolge von drei auf fünf Jahre
  • Zeitige Aussaat
  • Vermeidung des Anbaus von Wirtspflanzen in der Rotation (Feldfrüchte: Zuckerrübe, Spinat, Kohl und Raps, und als Zwischenfrucht: Ackersenf, Ölrettich sowie einige Hülsenfrüchte und etliche Beisaaten)
  • Aussaat eines nematoden-reduzierenden oder -abtötenden Kreuzblütlers als Zwischenfrucht

In einigen Fällen läßt sich auch eine zweifach tolerante Zuckerrüben-Sorte (gegenüber Rhizomania und Nematoden) säen. Diese Vorgehensweise wird in Frankreich von ITB empfohlen bei folgender Sachlage:

  • Nachweislich geringerer Ertrag als der ortsübliche Durchschnitt
  • Anzeichen von Magnesiummangel am Blatt
  • Nesterweises Welken zur heißesten Tageszeit
  • Auftreten von Zysten, sofern möglich nachgewiesenermaßen infolge von Nematodenbefall

Technisches Datenblatt

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